Rückblick, Ausblick und Abschied
- Mathias Stricker

- 16. Juli
- 2 Min. Lesezeit
Nach 17 Klassen mit ungefähr 350 Kindern, geschätzten 30 Sommer- und Skilagern, 250 LSO-GL-Sitzungen sowie rund 100 Sitzungen in der BIKUKO des Kantonsrats zieht Mathias Stricker in seinem letzten Standpunkt als LSO-Präsident Fazit.
Nach 33 Jahren Unterricht im selben Schulkreis räume ich mein Schulzimmer. Dabei kommt mir vieles wieder in die Hände: Skilagerfotos als Winter noch Winter waren, sämtliche Unterrichtsjournale mit allen Klassenfotos, Werkgegenstände wie ein mittelalterliches Schwert aus Holz oder aus Ton gebrannte Bären, Unterrichtmaterial - noch auf dem IMac erarbeitet, Aquarien für die Rennmäuse, diverse nicht mehr zuordenbare Schlüssel..….. viele Erinnerungen. Oft halte ich inne und denke über unterschiedlichste Schülerinnen und Schüler, Kolleginnen und Kollegen, Eltern, Alltagssituationen nach.
In der letzten Ausgabe des Schulblatt stand der Schulwechsel im Fokus. Mein Wechsel betrifft weniger die Schule als die Funktion. In diesem Fokusheft sind die Schülerinnen und Schüler Schwerpunkt. In meiner Funktion als Primarlehrer versuchte ich stets, die Schülerinnen und Schüler ins Zentrum zu setzen. Um sie geht es in der Schule. Um sie und die Lehrpersonen geht es in meiner Funktion als Präsident des LSO noch bis Ende Juli, um sie geht es auch in meiner neuen Funktion als Departementsvorsteher für Bildung, Kultur und Sport ab dem 1. August.
Würde ich den Lehrberuf heute wieder ergreifen? Meine Antwort lautet «Ja».
Nach wie vor bin ich der Meinung, dass der Lehrberuf einer der wichtigsten und vielfältigsten Berufe ist. Kinder und Jugendliche auf einem Stück ihres Lebenswegs zu begleiten, sie bei der Erlangung von Werkzeugen und Kompetenzen zur selbstständigen Lebensgestaltung zu unterstützen, ist höchst sinnstiftend und auch entsprechend herausfordernd.
Die Ansprüche der Gesellschaft – auch an die Schule - verändern sich schnell. Die Kinder und Jugendlichen erleben einen anderen Alltag als noch vor zehn Jahren. Andere Einflüsse wie Social Media und das Weltgeschehen sind stark prägend. Trotzdem haben Schülerinnen und Schüler nach wie vor ähnliche Erwartungen an die Lehrpersonen wie in den Jahren, als ich zu unterrichten begonnen habe: Verlässlichkeit, Humor, Klarheit, didaktische und pädagogische Kompetenzen, Strukturen, Menschlichkeit, Interesse. Damals wie heute haben die Lehrpersonen neben den Erziehungsberechtigten eine grosse Verantwortung für eine gesunde Entwicklung der Kinder und Jugendlichen. Und dennoch: ‹Schule geben› verändert und entwickelt sich stetig weiter – gerade das macht unseren Beruf auch spannend. Diese Dynamik erfordert Professionalität seitens der Lehrpersonen.
Um diese Verantwortung und Professionalität leisten zu können, braucht es entsprechend gute Arbeits- und Rahmenbedingungen. Der Kanton muss attraktiv bleiben. Der Aktionsplan «Volksschule» muss zur Stärkung der Primar- und Sekundarschule konsequent weiterverfolgt werden. Die verschiedensten anstehenden Themen - auch in den Berufs- und Mittelschulen - müssen geklärt und weiterentwickelt werden.
Jetzt freue ich mich sehr, meine Erfahrung und mein Wissen in der Funktion als Regierungsrat in die Bildung, in die Kultur und in den Sport einbringen zu können. Mein Ziel bleibt auch mit meinem Rollenwechsel das gleiche: Gute Bildung auf allen Stufen. Starke Bildung ist das Fundament unserer Gesellschaft, entlastet den Staat, stärkt die Wirtschaft, befähigt die Menschen auch zu musischen, kreativen und sportlichen Kompetenzen und für ein selbständig geführtes Leben. Dafür will ich mich trotz schwierigen Voraussetzungen engagiert einsetzen.
Ich danke allen, welche mich auf diesem Weg unterstützt haben und weiter unterstützen – sei es in den Schulen, im LSO, in der Politik und in der Verwaltung.
Schulblatt 7/25






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